Freitag, 29. September 2017

Lesenswert: NZZ-Interview mit Philosoph Wolfgang Welsch - 'Das angeblich Eigene ist hochgradig fiktiv.'

Ich füge diesen NZZ-Feuilleton-Beitrag hier ein, weil der Philosoph Wolfgang Welsch aktuelle Tendenzen menschlichen Verhaltens mE mehr als erschütternd präzise erklärt und sie damit gleich unhaltbar macht, schier pulverisiert.  - Ich meine, für Persönlichkeitsentwicklung, Coaches und BeraterInnen, die eigene Haltung, Führung und Leadership ist das Interview relevant, wenn man wem gegenüber sitzt und versucht, den, sich selber und die Dinge zu verstehen - willkommen:

Wolfgang Welsch - 'Das angeblich Eigene ist hochgradig fiktiv'

https://www.nzz.ch/feuilleton/das-angeblich-eigene-ist-hochgradig-fiktiv-ld.1318392

Jotter auf SE800 - by JJ

Donnerstag, 14. September 2017

In eigener Sache / Hinweis - wichtig! This ist the end...


Hallo zusammen

Per 1. Mai 2018 tritt das neue europäische Datenschutzgesetz in Kraft.

Da mit dem Gesetz eine Unmenge für mich nicht kontrollierbarer Risiken mit einher geht, wenn ich diesen Blog hier führe, werde ich diese Aufgabe beenden und den Blog per Ende Dezember schliessen, löschen, aus der Welt schaffen.

Ich habe vor ca. drei Jahren einmal eine Abmahnung für ein unerlaubtes Bild von Anwälten erhalten und habe damals Euro 250.-- bezahlt, was ca. 300.-- Franken bedeutet. Das möchte und kann ich mir nicht in Form von weitaus grösseren Beträgen in Zukunft leisten. Tausende von Euros Abmahnung wären mein geschäftlicher Untergang bis hin zur privaten Insolvenz.

Meine persönliche Haftung für den Blog begründet sich durch das Impressum, wo ich mit meinem Namen und meiner Anschrift angegeben bin. Egal, ob das Ding dann eine .ch-URL hat. Es hat ja auch eine blogspot.com-URL ... alles analysierbar.


Was kann jetzt noch getan werden:

1) Jemand von euch in der Schweiz übernimmt von mir die URL www.philosophisch.ch, wenn sie oder er Lust hat, diese Domain zu besitzen. Das ist kein grosser Aufwand zuletzt.

2) Oder ihr informiert euch weiter über den Mailversand von Albert Hoffmann.

3) Ihr fangt ein eigenes Projekt an, unter welchem Namen auch immer.

4) Was ich nicht tun werde: auf eure Entscheide warten. Ich werde hinweisen und euch über den Abbau des Blogs fortlaufend informieren. Bis Anfang oder Mitte Dezember ist noch Zeit. Aber ohne jede Frage ist das Ding um den 20.12.2017 aus der Welt und die URL irgendwie bereits passiv oder wohin umgeleitet, wo sie umgeleitet sein darf.

5) Kopiert euch aus dem Blog raus, was Ihr wollt - es steht euch ganz zur Verfügung


Es war mir all die 11 oder 12 Jahre eine Ehre und auch oft ein grosses Vergnügen, die geistigen Amuse Bouches, die ich von Albert in der Woche erhielt, zu veröffentlichen. Jetzt lebe ich in Deutschland und Abmahnabwälte sind hier ein fester Bestandteil der Wirtschaft, da es ein sehr einträgliches Geschäft ist.

Daher, Ihr Lieben, es ist machbar, man muss aber wissen, was man macht. Und Schweizer Boden ist da noch weitaus freier und geschonter, als hier in Deuschland. Hier ist es ein durchaus härteres Pflaster.

Der Bruch, die Zerstörung und der Neuanfang sind die Grundwesen jeder Frage und damit der Philosophie. Das darf niemanden erschüttern noch hinder, vorwärts zu gehen. Macht euch kundig, lernt, findet heraus und führt den geistigen Diskurs weiter - das ist vollkommen machbar. Die CH-Szene für Philosophie ist in den zehn Jahren massiv gewachsen, etabliert und zeitigt viel mehr Angebote als früher. Lasst euch also nicht entmutigen.

Aber dieses Teil hier, ist zum Schierlingsbecher verdammt. Es ist nur das Teil. Das Gedachte ist niemals zerstörbar.

Mit philosophischen Grüssen
Jona Jakob, Aschaffenburg

Wer mich kontaktieren mag:

Jona Jakob
jj@humanness.de
Mobile +49 (0)174 315 72 11

www.jonajakob.com

Montag, 28. August 2017

Programm, Samstag den 02.09.2017: Soll, kann, darf die Philosophie die Welt verändern?

Hallo zusammen

Am 02. 09. 2017 ist es wieder so weit, Café-Philo Zeit: Wir diskutieren die Frage: 

SOLL, KANN, DARF DIE PHILOSOPHIE DIE WELT VERÄNDERN?


Zum Ausgangspunkt nehmen wir zwei Zitate von zwei berühmten Philosophen:



Um noch über das Belehren, wie die Welt sein soll, ein Wort zu sagen, so kommt dazu ohnehin die Philosophie immer zu spät. Als der Gedanke der Welt erscheint sie erst in der Zeit, nachdem die Wirklichkeit ihren Bildungsprozess vollendet und sich fertig gemacht hat. Wenn die Philosophie ihr Grau in Grau malt, dann ist eine Gestalt des Lebens alt geworden, und mit Grau in Grau läßt sie sich nicht verjüngen, sondern nur erkennen; die Eule der Minerva beginnt erst mit der einbrechenden Dämmerung ihren Flug. 

G. W. F. Hegel


Die Philosophen haben die Welt nur verschieden interpretiert; es kommt aber darauf an, sie zu verändern. 

Karl Marx


Herzlichen Gruss

P.S. Heute: Beim Programmieren des Navigationssystem feststellen, dass man mit 'Hegel' ganz woanders hingeführt wird, als mit 'Hebel' (Hebelstrasse). Mein Beitrag zum Samstag. 

Montag, 31. Juli 2017

Montag, 3. Juli 2017

Sommerpause - Na endlich ...

Mich erreichte folgende Botschaft:

Hallo Jona,

wir haben also jetzt offiziell Sommerpause, um den Teilnehmerinnen und Teilnehmern Zeit für wichtigere und nur im Sommer zu erledigende Tätigkeiten zu lassen.

Das nächste Treffen findet am Samstag, dem 02. 09. 2017 statt.

Herzlichen Sommergruss

                                                Albert

Na endlich ... 

Alle Rechte: die Red.

Sonntag, 25. Juni 2017

Programm im Sommer - diverse Informationen / Sommer-Brunch-Einladung

Liebe Partizipierende,

Am 01. 07. 2017 findet kein Café-Philo mehr statt.

Am Sonntag, dem 02. 07. 2017, würden wir uns, wer Lust und Zeit hat, zu einem Brunch in unserem Stammlokal Café Bubbles treffen, und zwar von etwa 10.00 bis 12:00 Uhr vormittags. (Um euch etwas Appetit zu machen: http://www.cafe-bubbles.ch/Speisekarte/ )

Zwar haben wir an diesem Philo-Brunch kein vorgegebenes Thema, da das Essen im Vordergrund steht, aber natürlich kann sich die Philosophie überall einschleichen und unser Gespräch beleben…

Bitte teilt mir bis Mittwoch (28. 06. 2017) mit, ob ihr Lust habt, an diesem erweiterten Frühstück teilzunehmen. Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr dabei seid!

Herzlichen Gruss
                                     Albert


P.S.: Mit diesem Wochenende fängt die Sommerpause an, wir würden uns voraussichtlich wieder am 02. September 2017 treffen. Näheres findet ihr in meinem Blog: http://sophonautik.ch/cafe_philo/


P.P.S.: Ab September 2017 wird auch das neugegründete Zürcher Institut für Philosophische Praxis (ZIPPRA) seine Tätigkeit aufnehmen, unter anderem mit einer eigenen Reihe von Café-Philos. Die Homepage ist noch im Aufbau, sollte aber bis Ende nächsten Monats fertiggestellt sein. Ihr könnt sie jetzt schon unter folgendem Link einsehen: http://www.zippra.ch


Samstag, 24. Juni 2017

Samstag, den 24.06.2017: Höflichkeit

Am 24. 06. 2017 diskutieren (hoffentlich höflich) über HÖFLICHKEIT. Zum Ausgangspunkt nehmen wir zwei Zitate von Schopenhauer:

Höflichkeit ist wie ein Luftkissen. Es mag zwar nichts drin sein, aber es mildert die Stöße des Lebens.

Eine schwere Aufgabe ist freilich die Höflichkeit insofern, als sie verlangt, dass wir allen Leuten die größte Achtung bezeugen, während die allermeisten keine verdienen; sodann, dass wir den lebhaftesten Anteil an ihnen simulieren, während wir froh sein müssen, keinen an ihnen zu haben.

:-))

Dienstag, 6. Juni 2017

10.06. und 17.06. findet keine Café Philo statt


An den beiden Samstagen findet kein Café Philo statt, da der Moderator nicht im Land ist.

Wir danken.

Dienstag, 23. Mai 2017

Samstag, 27.05.2017: Eklektizismus

Am 27. 05. 2017 diskutieren wir über den EKLEKTIZISMUS: Eine Teilnehmerin hat dazu Texte zusammengestellt, die wir zum 
Ausgangspunkt unserer Diskussion nehmen.


Herzlichen Gruss
              


Wollen wir uns einmal mit dem „eklektischen Denken“ auseinandersetzen?

Ich bin fest davon überzeugt, dass es eine vierte Gruppe Menschen gibt, neben den 3 Kategorien, die Jason Brennan in seinem Buch „Gegen Demokratie“ schildert, nämlich die Hobbits (die politisch uninteressiert und nicht informiert sind und nicht abstimmen), die Hooligans (die wir überall sehen; solche, die nur ihre Meinung gelten lassen und die „Anderen“ ablehnen oder sogar angreifen), und die Vulkanier, die eigentlich die idealen Bürger wären: interessiert, informiert, solche die aktiv teilnehmen… von denen es aber leider sehr wenige gibt), das sind die 3 Gruppen laut Brennan, dann gibt es eine vierte, von ihm nicht zitierte  Gruppe, die EKLEKTIKER, die mal als Voyeurs, mal als Verräter betrachtet werden und deren Lebenseinstellung und Weltanschauung als opportunistisch gelten. Ja, was soll man von Menschen halten, die aus verschiedenen Ideen, Religionen, politischen Parteien, usw. nur das in ihren Augen Beste herauspicken, unabhängig davon, ob solche Bewegungen oder Ideologien offiziell als unvereinbar gelten? Da habt ihr die verschiedenen Definitionen von Eklektikern laut Duden:

1.      Philosoph, der aus verschiedenen philosophischen Systemen das Passende auswählt und zu einem eigenen System verarbeitet
2.       
1.      (bildungssprachlich abwertend) jemand, der keine eigenen Ideen entwickelt, sondern nur Gedanken, Stilelemente anderer für seine Werke, Theorien o. Ä. verwertet
2.      (bildungssprachlich) jemand, der aus bereits vorliegenden unterschiedlichen Ideen, Stilen o. Ä. etwas auswählt [und dadurch etwas Neues schafft]
Sind wir halt opportunistisch? feige? dumm? Sogar gefährlich?
Es würde mich freuen, über dieses Thema mit euch diskutieren zu dürfen, ich bin eine geborene und überzeugte Eklektikerin und weiss, wie schwierig es ist, KEINER bestimmten Ideologie oder Gruppe zu gehören, und gleichzeitig wie bereichernd es ist, überall und nirgends zu sein, ein bisschen von allem und nicht viel von etwas konkretem zu wissen und das (höchstwahrscheinlich trügerisches Gefühl zu haben, man könne immer etwas von jedem lernen und mit FAST jeder Situation klarkommen. Die Sozialakzeptanz ist aber sehr gering, und deswegen werden viele Eklektiker zu Tarnungsmeistern.  (Raquel Ruiz)

Eklektizismus
Griech. eklegein ›auswählen‹: Bezeichnung einer philosophischen Methode, bei der ein Autor seine Gedanken unterschiedlichen philosophischen Schulen und Richtungen entnimmt. Bei der Auswahl der einzelnen Gedanken lässt sich der Eklektiker weniger von systematischen Gesichtspunkten leiten als vielmehr davon, ob ihm die verschiedenen Inhalte jeder für sich sinnvoll und brauchbar erscheinen. Resultat dieser Vorgehensweise ist ein heterogenes Gebilde, dessen Grundgedanken zueinander in Widerspruch stehen. Die Bezeichnung Eklektizismus wird in einem abwertenden Sinn gebraucht. Historisch trat der Eklektizismus erstmals im Hellenismus auf. So berichtet Diogenes Laertius in seinem Leben und Meinungen berühmter Philosophen : »Übrigens trat erst vor kurzem noch eine eklektische Sekte auf unter Führung des Potamon aus Alexandreia, der sich aus den Lehren aller Sekten auswählte, was ihm gefiel.« Als eklektizistisch gelten beispielsweise die Schriften der antiken Philosophen Cicero und Karneades.
In jüngster Zeit, insbesondere auf den Gebieten von Kunst und Architektur, hat der Eklektizismus wieder eine positive Bedeutung erlangt. Die Kombination verschiedener Stile, der eklektizistische Umgang mit klassischen Traditionsbeständen gilt als eines der Grundmerkmale der so genannten Postmoderne.

2. Eklektiker

Auch die peripatetische Schule fand vereinzelte Anhänger, wie M. Piso und den bekannten Triumvirn Crassus. Aber nach Lage der Dinge fand am meisten Verbreitung diejenige Richtung, die sich das ihr Zusagende aus den verschiedenen Systemen heraussuchte: die eklektische. Hatte sich schon in den griechischen Philosophenschulen selbst allmählich eine starke Neigung zur Verschmelzung, Vermittlung und Vermischung geltend gemacht (vgl. § 43 und § 44), so geschah dies in noch stärkerem Maße durch die Römer, denen die Philosophie ja fast durchweg nicht Selbstzweck, sondern nur Zeichen allgemeiner Bildung und allenfalls Mittel sittlicher Klärung war. Der Typus dieser Eklektiker ist
a) Cicero. Der früheren Überschätzung Ciceros traten Mommsen und Drumann in ihren Geschichtswerken im allgemeinen vielleicht zu schroff entgegen, sodass die in neuerer Zeit dagegen eingetretene Reaktion (vgl. Zielinski, Cicero im Wandel der Jahrhunderte, Leipzig, 2. Aufl. 1908) eine gewisse Berechtigung hat. In bezug auf die philosophischen Leistungen dagegen hat Mommsens scharfes Urteil unseren Beifall. Von der zahlreichen Literatur erwähnen wir nur das Hauptwerk: R. Hirzel, Untersuchungen zu Ciceros philosophischen Schriften, 3 Bde., Berlin 1877-83.
M. Tullius Cicero (106-43) hatte als junger Studiosus zu Athen und Rhodus, wesentlich zum Zwecke seiner rednerischen Ausbildung, die Epikureer Phädrus und Zeno, die Stoiker Diodotus und Posidonius, die Akademiker Philo und Antiochus gehört, kehrte aber erst in den letzten drei Jahren seines Lebens, durch den Umschwung der politischen Verhältnisse zu unfreiwilliger Muße verurteilt, zu den philosophischen Studien seiner Jugend zurück. In diesem kurzen Zeitraum schrieb er eine Menge von philosophischen Büchern zusammen: ein erkenntnistheoretisches (die Academica), alle übrigen ethische (De finibus bonorum et malorum, Tusculanae disputationes. De officiis und einige kleinere, wie Laelius und Cato maior) oder theologische (De natura deorum, De divinatione, De fato). Eine Aufforderung zum philosophischen Studium enthält der früh geschriebene Hortensius; die rein rhetorischen und politischen Schriften übergehen wir. Über die Art seiner philosophischen Schriftstellerei gibt eine sehr offenherzige Äußerung an Attikus (Epist. ad Att. XII, 52) genügenden Aufschluß: »Es sind Abschriften, die mit ziemlich geringer Muhe zustande kommen; ich tue nur die Worte hinzu, die ich im Überfluß besitze.« In der Tat hat denn auch der Philologenfleiß des 19. Jahrhunderts zu fast allen diesen Schriften die griechischen Vorbilder aufgedeckt (siehe die Hauptergebnisse bei Ueberweg I, § 66). Cicero kommt in der Tat nur das Verdienst zu, wenn man es als ein solches betrachten will, seine Landsleute (und mittelbar auch uns) mit den Epigonen der griechischen Philosophie in geschmackvoller, aber auch recht oberflächlicher, häufig irreführender Darstellung zuerst bekannt gemacht zu haben. Plato und Aristoteles kennt er nur höchst ungenügend, schwierige Probleme läßt er am liebsten beiseite, scharfe und genaue Begriffsbestimmungen sind ihm zuwider. In der Erkenntnistheorie schließt er sich der seiner Denkart gemäßen Wahrscheinlichkeitslehre der mittleren und neueren Akademie als der »bescheidensten, folgerichtigsten und elegantesten Art zu philosophieren« an. Für die Physik interessiert er sich nur, insoweit sie mit dem Gottesglauben in Beziehung steht. Auf seinem Lieblingsfelde, der populären Ethik, begnügt er sich jedoch nicht mit der akademischen Wahrscheinlichkeitslehre, sondern neigt mehr den Stoikern zu, auf deren »angeborene Begriffe« und den »consensus gentium« als Beweismittel sich stützend. Doch schwankt er auch hier vielfach zu den gleichfalls benutzten Akademikern und Peripatetikern hinüber; nur die Epikureer werden verworfen. Das wichtigste sittliche Problem ist ihm, wie der ganzen nachklassischen Philosophie, das Verhältnis der Tugend und des Sittlich-Guten (lateinisch honestum: des Ehrenhaften) zur Glückseligkeit, nächstdem das der Willensfreiheit, während er auf religiösem Gebiete die göttliche Vorsehung und die Unsterblichkeit der Seele mit warmen Worten verteidigt. Von ernster Methode kann bei Ciceros philosophischem Dilettantismus keine Rede sein. Ein formales Verdienst aber ist ihm, außer der leicht faßlichen Behandlung, jedenfalls zuzuerkennen: dass er der Schöpfer der philosophischen Terminologie für die Römer gewesen ist. Dadurch ist er der nächst Aristoteles wichtigste philosophische Lehrer des Mittelalters geworden.
b) Varro. Ciceros Freund, der gelehrte Polyhistor und Vielschreiber M. Terentius Varro (116-27 v. Chr), war ein literarisches Original, aber philosophisch herzlich unbedeutend. Die Beschäftigung mit theoretischen Philosophemen als völlig eitel verspottend, sah er die Beglückung des Menschen als den einzigen Zweck des Philosophierens an. Von ganz äußerlichen Gesichtspunkten aus unterschied er nicht weniger als 288 philosophische Richtungen! In der Ethik schloß er sich im ganzen seinem Lehrer Antiochus (§ 43) an, neben den akademischen auch stoische und einzelne pythagoreische Lehren heranziehend. Gleich Cicero huldigte er der Lehre von der dreifachen Religion (s. Panätius). Seine »menippischen Satiren«, so genannt nach dem im 3. Jahrhundert lebenden Zyniker Menippos, verspotteten mit zynischer Derbheit die moderne Überkultur. - M. Brutus (der Verschworene) wird als Stoiker in der Ethik, sonst Akademiker bezeichnet.
c) Kurze Zeit blühte um den Anfang der christlichen Zeitrechnung zu Rom die Schule der Sextier, deren bedeutendste Glieder Q. Sextius Vater und Sohn und der griechisch schreibende Alexandriner Sotion, Senekas Lehrer, waren. Das Ansehen der Sextier beruhte wohl mehr auf ihrem würdevollen, von sittlichem Ernste erfüllten Auftreten als auf der Eigenart ihrer Lehre, die der stoischen nahe stand, in Sotion auch altpythagoreische Elemente (tägliche Selbstprüfung, Seelenwanderung, Enthaltung von Tiernahrung) in sich aufnahm. Auch das Urchristentum knüpfte an sie an. Mehrere, aus der Zeit vor 200 n. Chr. stammende, christliche Überarbeitungen von »Sinnsprüchen des Sextus« in griechischer, lateinischer und syrischer Sprache sind vorhanden.


Eklektizismus Als Eklektizismus (von griech. ἐκλεκτός, eklektos, „ausgewählt“) bezeichnet man Methoden, die sich verschiedener entwickelter und abgeschlossener Systeme (z. B. Stile, Philosophien) bedienen und deren Elemente neu zusammensetzen. Im Falle von Religionen spricht man jedoch eher von Synkretismus als von Eklektizismus. Eklektizismus in der Kunst Der Eklektizismus ist kennzeichnend für die Stilrichtungen der europäischen Kunst seit Beginn des Historismus. Als Kunstverfahren ist Eklektizismus in der Postmoderne für die kritische Reflexion über vorhandenes Material von Bedeutung. Ein Beispiel für Eklektizismus in der Architektur: St. Augustin in Paris. Die Fassade mit Fensterrose und Skulpturengalerie folgt dem gotischen Stil, die Kuppel orientiert sich dagegen an Renaissance-Vorbildern Die Bezeichnung eklektisch oder eklektizistisch bezieht sich auf ein einzelnes Kunstwerk, in dem verschiedene vergangene Stile verarbeitet sind.[1] Im Hinblick auf die jeweilige künstlerische Qualität ist zwischen Imitation und eigener Weiterentwicklung zu unterscheiden. Der Begriff kann mit einer negativen Betonung versehen sein, wenn der Künstler anstelle einer eigenen Kreation unschöpferisch Elemente aus anderen Werken auswählt und zu einem neuen Werk zusammenfügt. Eklektizismus in der Philosophie Der Begriff ist bereits in der Antike, etwa zur Zeitenwende, geprägt worden. Damals existierten verschiedene Philosophenschulen nebeneinander und es gab Denker und Politiker, die als Eklektiker bezeichnet wurden, weil sie Elemente der unterschiedlichen Positionen miteinander verbanden. 

Der berühmteste Vertreter dieser Richtung war Cicero. Er übernahm besonders in seinen ethischen Vorstellungen im Wesentlichen die Lehren der Stoiker, wobei er auch Werte der Akademie und des Peripatos einfließen ließ. Eklektizismus in der Geisteswissenschaft In den Geisteswissenschaften charakterisiert der Begriff die Methode, aus Versatzstücken unterschiedlicher Systeme, Theorien oder Weltanschauungen eine neue Einheit zu bilden. Auch hier wird der Terminus in der Regel abwertend verwendet. Dies verrät eine Bevorzugung in sich abgeschlossener, isolierter Theorien gegenüber der Selektion zutreffender Aussagen aus verschiedenen Theorien bei Nichtübernahme widerlegter Elemente.